Halbmarathon-Blog, 23.01.2012
Lieber Dieter,
die Trainerfrage ist geklärt! Ich bin mit der Lösung sehr, sehr glücklich. Dazu zum Schluss des Textes mehr. Wie gesagt, ich bin sehr, sehr glücklich. Aber darf ich ein paar Worte zu mir vorweg schicken:
Samstag, 14.30 Uhr, Freising: Auf der 1000-m-Pendelstrecke im Wald hatte der Coach alle 100 m mit dem Absatz eine tiefe Markierung in den aufgeweichten Matschboden gezogen. Alle 100 m! Wir hatten uns schon im höchsten Tempo eingelaufen (Gruppendynamik, weißt Du doch noch, oder?), dann
teilte er, also der Coach, die Gruppen ein. Ich wollte eigentlich mit Sonja mit, durfte aber nicht, musste in die erste Gruppe. Keine Widerworte. Klar, warum auch (kennst Du doch noch, oder?)? 10 x 1 km mit 1 Minute Pause. Ja, eine Minute (kennst Du auch nicht, oder?)! Ich reihte mich hinter den drei jungen Burschen und der Deutschen Marathon-Meisterin ein (sie ist sehr bescheiden, ihr Name bleibt unerwähnt). Wir flogen los, viel zu schnell, jede 100 Meter las ich das der Uhr ab. Der Boden war rutschig, Dreck flog, auf den letzten 200 Metern nahmen wir natürlich einen Gang raus, um den Trainer nicht zu verärgern (Du erinnerst Dich noch, oder?). Nach drei Läufern pfiff der Coach einen von den drei Jungs zusammen, der durfte nicht mehr in die erste Reihe, hatte zu viel Druck gemacht (ich sage nur "Mönkemeyer", weißt Du noch, oder?). Der Coach ist klasse. Tatsache! Nach dem fünften 1000er sagte er uns, dass wir den sechsten und neunten einfach mal 10 Sekunden schneller sollten. Klar doch, machten wir. Nach dem zehnten 1000er hatte sich der Coach an den Ausgangspunkt des Ganzen zurückbegeben und ich hätte wissen müssen, was kommt. Er schaute der Marathon-Meisterin kurz in die Augen und sagte: "Weiter." Ich versuchte ebenso unbeteiligt durch die Gegend zu schauen, wie früher, wenn der Lehrer vorne aufstand und sagte "Und heute prüfen wir mal den...." Doch der Coach lächelte mich so unmissverständlich und direkt an, dass ich wusste "Weiter.". Ich vermutete, dass es mindestens noch zwei 1000er würden, aber... Nichts Genaues weiß man nicht. Es wurden vier, dann hatte er Erbarmen. Übrigens, wir hätten auch noch weitere geschafft. Klar doch. Die Marathon-Meisterin lief übrigens wie ein Uhrwerk. Beeindruckend.
So, und jetzt kommt es: kann jemand, der an dem oben Beschriebenen einen Mords-Spaß hatte (ich!), tatsächlich jemand trainieren, der ziellos durch die Gegend rennen will? Nein! Geht nicht! Keine Chance! Aber: Arne hat sich bereit erklärt, Dein Training zu übernehmen. Ja, jener Arne Gabius, den Du selbst noch bis zum letzten Jahr an die Weltklasse herangeführt hast. Arne, bitte übernehmen!
Liebe Grüße, Martin
PS: Ich nutze meinen Zugang zu Deinem Blog jetzt einfach, um über mich (mich!mich!) und meine Lauferlebnisse, meine exakt vermessenen Laufprogramme und -erlebnisse so lange weiter zu schreiben, bis Du mir den Zugang sperrst...
